Als Günter und Beate Böhm sich im Old Inn (Juni 1981) trafen und ein gemeinsames Leben begangen, einigte man sich darauf zu dem Lieblingslokal "Flimmerkiste" weitere drei Stammkneipen in das Freizeitprogramm aufzunehmen: das "Old Inn" (war klar), das "Z" und den "Pferdestall". Die Doctor Flotte eröffneten wir im Januar 1985 und hatten damit unsere eigene Stammkneipe. Folglich wurden auch die Besuche  zur nahen Flimmerkiste wegen Zeitmangel sehr viel seltener. Nach der Eröffnung von "Böhms Bahnhof" kamen wir kaum noch weiter als vor die eigene Haustüre oder in den Böhms-Biergarten am Fischelner Bahnhof. Andere Gastronomieaufenthalte fielen somit flach.
 
Die Flimmerkiste war eine der bekanntesten Gastronomiebetriebe in Krefeld. Dekoriert mit Bildern aller Art, alten Filmplakaten, historischen Nähmaschinen und Schulbänke, an denen man so schön "eng" sitzen konnte. Überall nostalgische Dekorationen, einen Kondom-Automaten auf dem Flur zu den Toiletten war - Anfang der 80ziger Jahre - eine kleine Sensation! Überall Kerzen, alter Calvados, pikante Zwiebelsuppe, gebackener Camembert und die unvergleichbare, belgische Haferflockensuppe mit Kunsthonig. Der Knaller war der überall und bis heute bekannte "Flimmerkistenschmaus"!
 

 

 

In unserem privaten Archiv befanden sich, gut gehütet, drei typische Flimmerkisten-Speisekarten. Die Karte mit dem Flimmerkistenschmaus hat ein Testkochen im Fischelner Bahnhof leider nicht überstanden. Eine Rettung war unmöglich - aber wir näherten uns einem Geschmack, an den wir uns erinnern konnten.

 

 

 

   

 

 

 

 

Ende der Neunziger Jahre oder Anfang 2000 (da müsste ich noch einmal überlegen) fährt mein damaliger Chef, mit dem ich nun seit bald 30 Jahren verbunden bin, über die Neue-Linner-Strasse und sieht aus dem Augenwinkel eine Veränderung, die da nicht hingehörte. Kurzer Blick in den Rückspiegel, zurück setzen und aussteigen war dann ein einziger Bewegungsablauf. Sprachlos hat mein GöGa feststellen müssen, das ein ehemaliges Stammlokal einfach verschwunden war. Völlig sprachlos kam der Ehegatte nach Hause und wir konnten es nicht fassen, dass so eine Kult-Kneipe mehr oder weniger klanglos aus der Szene entfernt wurde. Dabei war alles, was wir mit der Flimmerkiste verbunden hatten, verschwunden und es war unglaublich im "modernen" Stil renoviert worden.

 

 

 

   
   

 

Bei einem Besuch von Herrn Heymans (langjähriger Gastwirt, meistens Koch in der Flimmerkiste) und seiner Frau an der Theke in "Böhms Bahnhof", als ich etwas vorwurfsvoll fragte, wieso sie uns denn nichts gesagt hätten, erzählte uns Frau Heymans, das sie von der Entrümpelung auch nichts gewusst habe. Ich bedauerte, dass wir doch keine Möglichkeit hatten, dass eine oder andere Teil als Erinnerung zu kaufen. Frau Heymans meinte dann, das sie selber auch kein Erinnerungsstück besitzt. Denn sie wollten (nach Absprache) den Laden wie gesehen übergeben. Als ich von unserem Versuch berichtete, den Flimmerkistenschmaus zu kopieren, sprachen wir über die Zutaten. Mit Nachdruck sagte Herr Heymans mehrfach, das es hauptsächlich auf eine kurze Garzeit ankommt.

 

Die Liste mit den Zutaten haben wir dann während eines Umbaues verkramt und deshalb sah unser Rezept so aus:

 

©Copyright bekebo-Art

 

Einen ähnlichen Rezept-Text mit den gleichen Zutaten hatte ich am 12. Januar bei Facebook gepostet. Aber seit  Montagabend, den 31. Januar 2011 (ein denkwürdiger Tag für alle Flimmerkisten-Fans) hat Herr Heymans seine Angaben langsam und deutlich komplett an meinen Mann diktiert, damit nichts verloren geht.  Denn mein Rezept war nicht vollständig, da Ketchup und geröstetes Mehl fehlten.

 

© Copyright Karl-Heinz Heymans
 
Das zubereitete Fleisch kommt auf das Toastbrot und am Rand wird der
Teller dekoriert mit einem Gurkenfächer und marinierten Möhrenstreifen.

Ganz wichtig (vom "Erfinder" immer wiederholt), ist die kurze Garzeit.

 



 

   

 

 

 

 

 

 


Zu der Zeit, als die Türen der Flimmerkiste geschlossen wurden,

erschien ein Buch von Andreas Storz und Helmut Peter

 

 

 

 

Böhms Bahnhof wurde auch vorgestellt:

 

 

 

 

mit unserem Hausrezept der "Süßsauren Nierchen"

 

 

 

mehr zum Fischelner Bahnhof

 

 

aktualisiert im September 2016 | boehm[aet]kr-uerdingen.de